KREIS METTMANN AKTUELL
In der
Wirtschaft ist der Begriff vom "Global Player" alltäglich,
in der Schullandschaft hingegen eher ungewöhnlich.
Wenn jedoch eine Schule als Privatunternehmen geführt wird, die Umgangs-
und Unterrichtssprache Englisch ist und es Schuluniformen nach britischem Vorbild
gibt, dann wird klar, dass hier die Ausbildung weit über die Grenzen des
deutschen Schulsystems hinausgeht.
An der neuen "International School Heiligenhaus", so das Ziel der
Gründerin und Geschäftsführerin Ursula Mock, werden traditionelle
Werte mit innovativen Ideen verbunden, um einen hohen akademischen Standard
zu erreichen.
Immer mehr Eltern verabschieden sich von dem staatlichen Schulsystem. Die Kinder
haben im deutschen Schulsystem einfach keinen Halt mehr“, sagt die vierfache
Mutter, die mit ihrer Kritik an der deutschen Bildungspolitik nicht zurückhält.
Daher basiert der Unterricht an der Privatschule auch auf den Lehrplänen
des British National Curriculum –weltweit verbreitet und nicht minder
erfolgreich.
Natürlich ist in der Schule, die seit September 2007 in einem Teil der
Hauptschule Am Sportfeld untergebracht ist, die Zweitsprache Deutsch. Es gibt
Trimester, keine Halbjahre. Ausfall von Schulstunden soll es nicht geben, verspricht
die Leiterin. Es gibt kleine Klassen (Maximal 20 Schüler), Betreuung bis
in den Nachmittag, und die Kinder können ab drei in die Vorschule gehen,
lernen mit vier Lesen und Schreiben. Kinder haben keine Probleme mit der Schuluniform "Wir haben ein ziemlich breites Kulturangebot. Jedes Kinder sollte möglichst ein Instrument spielen können“, so Mock. Und: Die Teilnahme am Judo-Kurs ist ebenso verpflichtend wie das Tragen der Schuluniformen. „Damit haben manche Erwachsene mehr Probleme als unsere Schüler. Die Schuluniform trägt viel zu dem Gefühl der Zusammengehörigkeit bei.“ Neben den klassischen Schulfächern werde Wert auf Benehmen und Höflichkeit gelegt. „Und auch der Gebrauch eines Besens gehört zur Lebenserfahrung“, formuliert Ursula Mock das Gemeinsame in der Schule. Handy und MP3-Player hingegen gehören nach ihrer Ansicht in den Spind und nicht ins Klassenzimmer. Natürlich richtet sich das Angebot internationaler Schulen an Kinder ausländischer Herkunft, um ihnen einen Schulabschluss ihres Heimatlandes zu ermöglichen oder ihre Schullaufbahn zu sichern, wenn sie mit ihren Familien umziehen. Aber auch deutsche Kinder können dort unterrichtet werden. 79 Schüler in sechs Stufen werden zurzeit von drei deutschen und 13 internationalen Lehrkräften betreut. „Wir werden mit der Schule wachsen“, ist sich Ursula Mock sicher. Bis zu 320 Schüler können zukünftig – wenn die benachbarte Hauptschule ausgelaufen ist – unterrichtet werden. Zum Einzugsgebiet gehören nach Vorstellung der Gründerin auch Düsseldorf, das Ruhrgebiet und Wuppertal. „Der Standort Heiligenhaus ist daher ideal.“ Mit dem täglichen Busshuttle, der auch dem Sicherheitsgefühl der Eltern Rechnung trägt, ist ohnehin der Radius des Einzugsgebietes groß geworden. Durch ein Stipendienprogramm stellen die internationalen Ergänzungsschulen sicher, dass nicht nur Kinder von begüterten Eltern die Schule besuchen können. Trotzdem liegt der monatliche Beitrag bei rund 700 Euro pro Schüler. Drei Jahre Startphase hat die studierte Tiermedizinerin und Schulgründerin finanziell sicher gestellt. Ein Sponsor wäre zwar schön, ist aber auch verpflichtend. Ursula Mock vertraut lieber darauf, dass sich genügend Eltern eine qualifizierte Schulbildung für ihre Kinder wünschen.
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Privatschulen: In der Bundesrepublik gab es nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im Schuljahr 2006/07 rund 4700 Privatschulen. Hinzu kommen weitere Bildungseinrichtungen in freier Trägerschaft, die nicht den gesetzlich festgelegten Schulbegriff erfüllen wie zum Beispiel Sprachschulen, Weiterbildungs-Institute oder Nachhilfeeinrichtungen.
Die rund 4700 statistisch erfassten Privatschulen unterteilen sich in 2867 allgemeinbildende und 1844 berufsbildende Schulen. Das entspricht 7,9Prozent aller allgemein bildenden Schulen in Deutschland. Im Schuljahr 2006/07 besuchten 656 186 Schüler (sieben Prozent) eine allgemeinbildende Privatschule in Deutschland, 235 707 Schüler (8,5 Prozent) eine berufsbildende Schule.
NRW: Anerkannte allgemeinbildende internationale Ergänzungsschulen in Nordrhein-Westfalen gibt es außer in Heiligenhaus in Duisburg, Neuss, Köln, Aachen und Bonn.
Lehrplan: An der International School Heiligenhaus ist Englisch die Unterrichtssprache, Deutsch erste Fremdsprache. Beginnend mit zwei Vorschulklassen erstreckt sich die schulische Laufbahn über weitere zwölf Schuljahre, in denen zum „International Baccalaureate“ und auf das deutsche Abitur vorbereitet wird. Die Schule ist von 7.30 Uhr bis 16.30 Uhr geöffnet. Der Unterricht beginnt um 8.30 Uhr und endet bis zum Beginn der Klasse 7 um 15.30 Uhr.
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